Ratgeber · Mai 2026

Tagesgeld-Neukundenangebote – Aktionszinsen sichern

Aktionszinsen sind das wichtigste Werbeinstrument der Banken im Tagesgeldmarkt. Mit der richtigen Strategie holen Sie das Maximum heraus.

So funktionieren Aktionszinsen

Banken werben um Neukunden mit befristet erhöhten Zinsen – meist für vier bis sechs Monate, einzelne Anbieter sogar bis zu zwölf Monate. Der Aktionszins liegt typischerweise ein bis zwei Prozentpunkte über dem Marktdurchschnitt und auch über dem späteren Bestandskundenzins.

Ziel der Banken: Sie als Kunden langfristig zu binden. Tatsächlich bleibt ein Großteil der Neukunden auch nach Aktionsende – aus Bequemlichkeit. Wer aktiv wechselt, profitiert von der Strategie umgekehrt: höchste Konditionen bei minimalem Aufwand.

Wichtig: Aktionszinsen gelten oft nur bis zu einem bestimmten Maximalbetrag (häufig 50.000 € oder 100.000 €). Beträge darüber werden zum regulären Bestandskundenzins verzinst.

Worauf Sie vor der Eröffnung achten sollten

Aktionsdauer: Drei Monate sind wenig, vier bis sechs Monate üblich, zwölf Monate herausragend. Bewerten Sie Aktionen nicht nur am Zinssatz, sondern auch an der Laufzeit.

Maximaler Anlagebetrag: Über dem Aktionslimit fällt der Zinssatz auf den deutlich niedrigeren Bestandskundenzins. Wer mehr anlegen will, verteilt auf mehrere Banken.

Neukundendefinition: Manche Banken erlauben Aktionszinsen nur, wenn Sie in den vergangenen 12 oder 24 Monaten kein Kunde waren. Wer regelmäßig zwischen denselben Anbietern wechselt, muss diese Sperrfristen einhalten.

Mindesteinlage: Einige Aktionen setzen einen Mindestbetrag voraus, etwa 5.000 € oder 10.000 €. Darunter gilt der reguläre Zinssatz.

Was nach Ablauf der Aktion passiert

Sobald die Aktionsfrist endet, wird das gesamte Guthaben automatisch auf den Bestandskundenzins umgestellt. Dieser liegt oft bei nur 0,1 bis 1,5 % – also weit unter den Aktionskonditionen.

Die Bank informiert Sie meist nicht aktiv über das Aktionsende. Erst auf der nächsten Zinsabrechnung sehen Sie die niedrigere Verzinsung – oft mit Verzögerung von ein bis drei Monaten.

Deshalb: Notieren Sie sich das Aktionsende im Kalender und prüfen Sie etwa 14 Tage vorher, welcher Anbieter aktuell die besten Konditionen bietet. So bleibt Zeit für einen reibungslosen Wechsel.

Reminder setzen – so vergessen Sie nichts

Tragen Sie das Aktionsende in Ihren Kalender ein, am besten mit Erinnerung 14 Tage vorher. So haben Sie genug Vorlauf, ein neues Konto zu eröffnen.

Alternativ können Sie sich bei manchen Vergleichsportalen für Newsletter anmelden, die über das Ende von Aktionen oder neue Top-Angebote informieren.

Wer mehrere Konten parallel führt, sollte eine eigene Tabelle führen – mit Bank, Aktionszins, Aktionsende, Bestandskundenzins und maximalem Anlagebetrag. Das schafft Übersicht und verhindert teure Vergesslichkeit.

Häufige Stolperfallen

Falle 1: Aktion läuft kürzer als gedacht. Lesen Sie die Konditionen genau – manche Aktionen gelten nur bis zu einem bestimmten Stichtag, andere ab Kontoeröffnung.

Falle 2: Beträge über dem Aktionslimit werden mit dem mageren Bestandskundenzins verzinst. Bei einem Limit von 50.000 € und einem Guthaben von 80.000 € profitieren nur die ersten 50.000 € vom Aktionszins.

Falle 3: Bonus statt Aktionszins. Manche Banken zahlen einen Einmalbonus (etwa 100 € 'Wechselprämie') statt eines höheren Zinses. Solche Angebote sind nur bei kleinen Beträgen attraktiv – auf 5.000 € entsprechen 100 € Bonus immerhin zusätzlichen 2 Prozentpunkten Zins, bei 50.000 € nur noch 0,2 Prozentpunkten.

Weiterführend: Tagesgeld-Vergleich und Tagesgeldrechner.

Häufige Fragen

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