Ratgeber · Mai 2026

Notgroschen anlegen – Geld sicher parken

Ein Notgroschen ist die wichtigste Säule der persönlichen Finanzplanung. Er schützt vor teuren Notfällen, finanzieller Schieflage und unnötigen Krediten.

Warum jeder einen Notgroschen braucht

Unvorhergesehene Ausgaben treffen früher oder später jeden: Die Waschmaschine geht kaputt, das Auto braucht eine teure Reparatur, eine größere Zahnarzt-Rechnung steht an. Wer dafür keine Reserve hat, ist gezwungen, ungünstige Kredite aufzunehmen oder langfristige Anlagen ungünstig zu verkaufen.

Auch im Falle einer Arbeitslosigkeit oder längeren Krankheit ist ein Notgroschen unverzichtbar. Er überbrückt die Phase, bis Lohnersatzleistungen einsetzen oder eine neue Arbeitsstelle gefunden ist.

Finanzexperten sind sich einig: Vor jedem Investment in Aktien, ETFs oder Immobilien sollte der Notgroschen stehen. Er ist die Basis, auf der alle weiteren Anlageentscheidungen aufbauen.

Wie hoch sollte der Notgroschen sein?

Faustregel: drei bis sechs Monatsausgaben als Reserve. Für Angestellte mit sicherem Job und kleinerem Haushalt reichen drei Monate. Familien oder Alleinverdiener sollten eher sechs Monate planen.

Selbstständige und Freiberufler brauchen mehr: Hier sind sechs bis zwölf Monate angemessen, weil die Einkommen unregelmäßiger sind und im Krankheitsfall keine Lohnfortzahlung greift.

Berechnen Sie Ihre monatlichen Fixkosten (Miete, Strom, Versicherungen, Lebensmittel, Kreditraten) und multiplizieren Sie mit der gewünschten Reservedauer. Für eine Familie mit 3.000 € Fixkosten ergibt das bei sechs Monaten eine Zielreserve von 18.000 €.

Warum Tagesgeld ideal für den Notgroschen ist

Verfügbarkeit: Sie können binnen ein bis zwei Bankarbeitstagen über das Geld verfügen. Das ist im Notfall entscheidend – schneller als Festgeld, sicherer als ein Aktiendepot.

Verzinsung: Spitzenkonten zahlen aktuell 3 bis 3,5 % p.a. – deutlich mehr als das mickrige Zinsniveau auf Girokonten. Auf 15.000 € Notgroschen sind das immerhin 450 bis 525 € Zinsen pro Jahr.

Sicherheit: Innerhalb der EU sind Einlagen bis 100.000 € pro Bank und Kunde gesetzlich geschützt. Anders als bei Aktien gibt es kein Kursrisiko – Sie erhalten exakt das eingezahlte Kapital plus Zinsen zurück.

Keine Kosten: Seriöse Tagesgeldkonten sind gebührenfrei. Es gibt keine Mindesteinlage und keine Kontoführungsgebühr.

Notgroschen-Strategie in der Praxis

Eröffnen Sie ein separates Tagesgeldkonto, das ausschließlich für den Notgroschen reserviert ist. So verhindern Sie, dass das Geld versehentlich für andere Zwecke verwendet wird.

Bauen Sie den Notgroschen schrittweise auf: Richten Sie einen monatlichen Dauerauftrag von Ihrem Girokonto auf das Notgroschenkonto ein, etwa 200 bis 500 € pro Monat. So ist die Zielsumme in ein bis drei Jahren erreicht.

Nach Erreichen der Zielsumme stoppen Sie den Dauerauftrag und konzentrieren weitere Sparbeträge auf langfristigen Vermögensaufbau – etwa ETF-Sparpläne oder zusätzliches Tagesgeld für mittelfristige Anschaffungen.

Überprüfen Sie alle ein bis zwei Jahre, ob die Höhe noch passt. Bei steigenden Lebenshaltungskosten oder neuen Verpflichtungen (Kinder, Immobilienkauf) sollte der Notgroschen mitwachsen.

Häufige Fehler beim Notgroschen

Fehler 1: Notgroschen auf dem Girokonto liegen lassen. Hier gibt es kaum Zinsen, und die Trennung zum Alltagsgeld fehlt. Folge: Das Geld wird zu schnell verbraucht.

Fehler 2: Notgroschen in Aktien oder ETFs investieren. Im Notfall – meist in wirtschaftlichen Schwächephasen – sind die Kurse oft niedrig. Sie verkaufen mit Verlust statt zum Wunschzeitpunkt.

Fehler 3: Notgroschen aus Bequemlichkeit zu klein halten. Wer dauerhaft nur 1.000 € Reserve hat, ist bei jedem größeren Schaden überfordert. Lieber etwas mehr als zu wenig.

Weiterführend: Tagesgeld-Vergleich und Tagesgeldrechner.

Häufige Fragen

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